Das Mahnmal Bodesruh

Das Heimkehrerdenkmal!


 

Bericht der Hersfelder Zeitung zum Jubiläum:

Die Gedenkstätte Bodesruh wird heute 50 Jahre alt – Weiter Blick über das ehemaligen Zonengrenzgebiet

Mahnmal gegen das Vergessen

16.06.14


 

Kleinensee. Das Mahnmal Bodesruh mit seinem Aussichtsturm erinnert seit 1964 eindrucksvoll an die schmerzliche Zeit der deutschen Teilung. Es ist Zeuge der deutschen Teilungs-Geschichte und hat einen einmaligen Stellenwert in der lokalen Zonengrenzgeschichte.

Viele haben in den vergangenen Jahrzehnten das 1963 auf einer Höhe von etwa 425 Metern und nur 250 Meter von der Landesgrenze zwischen Hessen und Thüringen entfernt errichtete Mahnmal Bodesruh besucht. Von der rund zehn Meter hohen Plattform des Aussichtsturms hat man einen fantastischen Blick auf die Schönheiten der Natur.


 

Die Entstehungsgeschichte des Mahnmals ist eng verbunden mit den dramatischen Ereignissen der Zonengrenzziehung und dem Schicksal der Gemeinde Kleinensee. Durch den Ausbau der Grenzanlagen ab Ende Mai 1952 war Kleinensee plötzlich von dem westlichen Straßennetz komplett abgeschnitten und von drei Seiten von Grenzzaun und Mauer umschlossen.

Nur über einen rasch provisorisch ausgebauten Wald- und Wirtschaftsweg war der Ort noch zu erreichen. Erst durch die Anfang der 1960er Jahre errichtete Straße war dann die Gemeinde Kleinensee wieder an die damaligen Kreise Hersfeld und Rotenburg angeschlossen.

Die Kleinenseer Bürger waren offensichtlich durch ihre Lage für politische Fragen besonders sensibilisiert. Es wundert daher nicht, dass Ende der 1950er Jahre von Kleinenseer Spätheimkehrern der Plan entwickelt worden war, ein Mahnmal zu errichten.

Wilhelm Krapf, Bürgermeister der damaliegen Gemeinde Kleinensee, hat diesen Gedanken aufgegriffen und entwickelte die Idee, in unmittelbarer Nähe der Zonengrenze ein Mahnmal mit einem Aussichtsturm zu errichten.

Architekt aus Bad Hersfeld

Das Mahnmal und der Aussichtsturm sollten an die deutsche Teilung erinnern und die die Wiedervereinigung anmahnen. Die Baukosten sollten rund 55 000 D-Mark betragen und wurden von Land, Kreis und Gemeinde getragen. Das Mahnmahl wurde nach Plänen des Architekten Karl Schumann aus Bad Hersfeld, gefertigt.

Leider hat Bürgermeister Krapf die Verwirklichung dieser Idee nicht mehr erleben dürfen. Die Einweihung des Mahnmals erfolgte am 17. Juni 1964 durch den Ministerpräsidenten Dr. Georg August Zinn. In seiner Rede forderte er, der Opfer des Volksaufstand vom 17. Juni 1953 zu gedenken und sich einzusetzen für ein gesamtes, freies und friedliches Deutschland. „Dieser Turm soll die Hoffnung auf die Wiedervereinigung wach halten“, sagte Ministerpräsident Zinn.

Über 5000 Teilnehmer nahmen an der eindrucksvollen Feier teil. Die Bergmannskapelle Heringen, die Trachtengruppe Schenklengsfeld und Gesangvereine des Sängerbezirks Werratal beteiligten sich an der Ausgestaltung der Feierstunde.

Sie klang aus mit der Enthüllung des Reliefs am Fuße des Turms durch den Ministerpräsidenten und mit dem Gesang der dritten Strophe des Deutschlandliedes.

Von Hans-Otto Kurz

 

Bericht der Hersfelder Zeitung am 20.6.2013.


 


 


 


 

Bilderausstellung Teil 1 zum Denkmaltag 2013


 


 

Das alte Forsthaus Bodesruh

 

Deckblatt des Hersfelder Geschichtsblattes


 


 

Herr Hans Otto Kurz hat vieles über das Mahnmal zusammengetragen und in diesem Band veröffentlicht.


 

 


 


 

Planungszeichnung von 1952

 

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